Das „Café des Lebens“ als Netzwerk

Wie ich mich im Leben wirkungsvoll vernetzte.

Wie kommt es, dass wir in unserem Café des Lebens zu manchen Menschen oder Dingen einen Draht haben – und zu anderen nicht? 

Ganz rational ist diese Frage nicht zu beantworten, denn es gibt nicht nur einen rationalen Draht im Leben, sondern auch einen emotionalen. Beide zusammen bilden ein Geflecht und die Grundlage für das Netzwerken unter den Menschen. Wir erkennen nicht immer direkt, wie ein Netzwerk beschaffen ist, deshalb sollten wir uns den Stoff, aus dem das Netzwerk mit den Mitmenschen geflochten wird, etwas genauer anschauen. Für den Erfinder im Café des Lebens ist dabei Mitgefühl das Mittel der Wahl. 

Wir können…

rein rational oder pragmatisch vorgehen und das Netzwerk systematisch aufbauen. Dies bringt die einfachste Netzwerkvariante hervor, bei der viele Facetten verschlossen bleiben oder gar nicht erst angelegt werden, das Spektrum reicht bis hin zur Leere.

Gehen wir beim Netzwerken emotionaler vor, werden wir dank der Empathie ein festeres Netz entwickeln und aufbauen, unser Netz einfühlend festigen können. Der emotionale Draht ist direkt mit dem limbischen System im Hirn verdrahtet und hat Auswirkungen auf unseren Körper. Je mehr wir zu dieser Qualität Zugang finden und unser Bewusstsein dafür schärfen, desto bewusster werden wir auch beim Verdrahten in unserem Café des Lebens. 

Treten nun Situationen ein,

in denen wir über Sympathie und Antipathie nachdenken – mit anderen Worten, wenn Ärger kommt – lohnt es sich, zu schauen, welchen Draht wir gerade bedienen und ob er günstig ist. Falls nötig, lässt er sich womöglich entkoppeln. Sind wir rein rational, sehen wir nur den Fakt, über den wir uns ärgern. Oft kommt es dann noch ärger. Zwar ist es wichtig, den Ärger zuzulassen, er sollte aber nicht zu lange andauern, da sonst unser Netzwerk nur aus diesem Draht gebildet wird, was uns oft in die Leere führt und nicht zum Ziel.

Wenn wir unser Netzwerk dagegen aus einem Geflecht von Emo und Ratio aufbauen, dann hilft uns das, mit Sympathie und Antipathie konstruktiver umzugehen, gibt uns mehr Flexibilität.

Als Basis zum Netzwerken brauchen wir also beide Qualitäten. Wenn ich merke, dass in der Ratio Ärger ausgelöst wird, dann ist die Frage, was gerade mein Ziel ist, und ob der Ärger günstig für die Situation ist. Ist es mir wichtig, Recht zu behalten? Oder will ich ein anderes Ziel erreichen? All das kann ich mir rational ansehen, um dann adäquat zu handeln und die Situation entsprechend zu steuern. Mit Empathie werde ich es schaffen, weiter an dem Netzwerk zu bauen und mit einer Kombination aus Ratio und Emo mein Zeil zu erreichen. Oft sind unschöne Momente an Personen geknüpft und strapazieren das Netzwerk. Es hilft daher bei Konflikten, den unpassenden Draht von der Person und vom Selbst zu entkoppeln, und sich den eigentlich interessanten Fragen, Dingen, Taten oder Zuständen zuzuwenden und flexibel zu bleiben.

Das Café des Lebens ist ein Platz zum Netzwerken,

das individuell unterschiedlich aussieht. Doch die Drähte, aus denen es gebaut ist, sind dieselben Drähte weltweit. Möchte ich mich gut fühlen in diesem Netzwerk und die Fülle spüren, dann sollte ich die Fülle stärken. Kill your ego, fällt mir dazu ein. Da wir jedoch nicht nur das Netzwerk zu uns selbst aufbauen, sondern auch zu unseren Mitmenschen, ist es hilfreich, die Drähte zu kennen, aus denen unsere Netzwerke gemacht sind. Auf der Sympathieseite passiert Verdrahten stärker und fester. Allerdings kann

Everybody’s Darling auch Everybody’s Depp

sein. Bewusstsein hilft hier. Ich kann hart in der Sache sein und fair bleiben. So werden Emo und Ratio gleichermaßen angesprochen, und es kommt zu weniger Störungen des Netzwerkes, zu weniger Belastungsproben. Nach meiner Erfahrung kommen so gebildete Netzwerke dem Café des Lebens oft wie ein Sicherungsnetz zugute. Besser Flexibilität hier zu spüren anstelle von Lücken im Sicherungsnetz entstehen zu lassen.

Tipp: Stärke deine Verdrahtung im Leben und mit Mitmenschen. Sieh und höre hin, frag nach, warum der Draht so ist wie er ist. Fühle dich ein bei Gesprächen, schaue auf die Signale von Emo und Ratio, um die Reaktionen im Netzwerk zu verstehen.

Findest du dich selbst sympathisch, dann wird auch dies beim Netzwerken ein wichtiger Draht für dich werden.

Nur wer mit sich selbst gut kann, kann auch mit anderen, das ist bekannt.

Eine Atemübung, die diesen Prozess unterstützt, ist die sogenannte Quadratatmung. Male in deinem Kopfkino mit deinem Atem ein Quadrat. Atme aus und stell dir vor, wie der erste Quadratschenkel entsteht – mit dem Ratio-Draht. Der nächste Schenkel ist der Emo-Draht, anschließend wieder Ratio, zuletzt noch einmal Emo. Fülle dieses Quadrat beim nächsten Atemzug mit Liebe. Dieses Quadrat unterstützt ein gutes Netzwerken, da unser Bewusstsein beide Qualitäten anerkennt – sowohl beim Verdrahten in Netzwerken als auch beim Erspüren der Qualitäten des Lebens. Weitere Ideen hierzu findest du hier auf meiner Seite.