Das "Café des Lebens" in einer besseren Welt

„Ich hätte so gerne eine bessere Welt.“

Per Zufall hören wir diesen Satz von einem Gast auf dem Weg durch unser Café des Lebens. Er beschäftigt uns: Was ist denn eine bessere Welt und wer ist dafür verantwortlich? Als Erfinder des Cafés des Lebens haben wir uns mit den unterschiedlichen Ebenen des Zusammenkommens beschäftigt und uns selbst und die anderen besser kennen gelernt. Doch jetzt geht es um das große Ganze. Eine bessere Welt! Zuallererst stellt sich da die Frage: Ist die Welt denn überhaupt schlecht? 

Wir sehen eine Gesellschaft meist nur dann als Ganzes, wenn wir von Ländern hören, die durch ihre Politik in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten sind. Doch auch im täglichen Miteinander sind wir immer ein Teil des Ganzen. Der Dalai Lama weist uns entsprechend die Richtung:

„Eine friedlichere und glücklichere Gesellschaft zu schaffen, muss von der Ebene des Einzelnen ausgehen, und von dort aus kann es sich auf die Familie, die eigene Nachbarschaft, die eigene Gesellschaft und so weiter ausdehnen.“ 

Doch was genau bedeutet es eigentlich, gut zusammen zu leben? Finden wir es da, wo der Lebensstandard hoch ist? Oder ist es ein Ort, an dem Menschen sich gegenseitig vertrauen und das öffentliche Leben gestalten? Das Durchschnittseinkommen und der Lebensstandard sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, doch leider gibt es gleichzeitig einen Rückgang an Vertrauen und Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die Verbundenheit unter den Menschen hat abgebaut, sogar Einsamkeit macht sich breit, es gibt zahlreiche Menschen, die sich isoliert, alleine und ausgegrenzt fühlen. Nach Alfred Adler sind wir soziale Wesen, Trennung und Isolation verursachen dementsprechend viel unnötiges Leid. 

Forschungsergebnisse zeigen,

dass ein höheres Maß an gesellschaftlichem Miteinander auch die Menschen glücklicher macht. Das Schöne ist, dass wir dazu kein Geld brauchen, sondern einfach uns selbst einbringen können. Wenn wir uns auf der Welt umschauen, dann finden wir die glücklichsten Länder in Nordeuropa: Dänemark führt die Liste an, gefolgt von den nordischen Ländern Norwegen und Schweden. Dort sind die Hauptfaktoren für ein gutes Leben das hohe BIP (Bruttoinlandsprodukt) pro Kopf, soziale Unterstützung, ein gesundes Leben, die Freiheit, Lebensentscheidungen zu treffen, Großzügigkeit und die Wahrnehmung einer ehrlichen Politik. Wiederholt hat sich dabei gezeigt, dass zwar der Lebensstandard hoch ist, das höchste Durchschnittseinkommen jedoch nicht immer die beste Grundvoraussetzung für ein besseres Miteinander ist. Wichtiger scheinen Respekt und Vertrauen zu sein. So weiß man zum Beispiel, dass 89 Prozent der Dänen ein hohes Maß an Vertrauen in andere haben, verglichen mit 69 Prozent der Menschen in Großbritannien und nur 49 Prozent der US-Amerikaner. Was können wir also von diesen Ländern lernen? 

Jede Gemeinschaft beruht auf sozialen Beziehungen,

diese leisten einen wichtigen Beitrag zum Lebensglück. Kleinigkeiten können dabei schon eine Verbesserung der sozialen Beziehungen bewirken. Die Mitmenschen auf der Straße zu grüßen, bringt bereits Freude ins Miteinander, Menschen mit einer Erkrankung Hilfe anzubieten und für sie da zu sein, bedeutet eine wertvolle Unterstützung. Auch mit kleinen Aktionen kann man also eine große Wirkung erzielen. Die Kleinsten haben unsere Zuwendung dabei am nötigsten: Wachsen Kinder von Anfang an in einem Klima von Wohlwollen auf, wird es ihnen leicht fallen, dieses Wohlwollen weiter zu leben. Sich um das emotionale Wohlbefinden von Kindern zu kümmern, ist deshalb ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, die Zukunft von uns allen zu verbessern. Genauso wichtig ist es, einen Sinn im Leben zu finden. Hier einen Beitrag zu leisten und etwa durch die Arbeit anderen dabei zu helfen, ihren Weg zu finden, ist eine schöne Möglichkeit, der Gesellschaft etwas Gutes zu geben. Unser Café des Lebens für andere zu öffnen, Lebensfreude zu generieren und zu teilen, sind wichtige Faktoren für ein soziales Miteinander. 

„Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“

Wenn wir in einer besseren Welt leben möchten, sollten wir uns dieses Zitat von Albert Schweitzer zu Herzen nehmen und täglich daran arbeiten. Ich bin ein großer Fan davon, im persönlichen Mikrokosmos anzufangen, bevor wir den Makrokosmos verändern möchten. Kleine Taten haben größere Wirkung als große Worte. Als Erfinder unseres Cafés des Lebens werden wir feststellen, wie uns eine wunderbare Kraft erfüllt, wenn wir gut für uns sorgen, unser Gegenüber respektieren und unseren Beitrag für das große Ganze mit einfließen lassen. Erinnern wir uns an die Worte von Erich Kästner:

„Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es.“

Tipp: Man mag es kaum glauben, dass es kleine Dinge sind, die schon eine bessere Welt ausmachen. Sich zu verabreden und Zeit mit Menschen in deiner Umgebung zu verbringen, die Nachbarn im Haus mal zu kontaktieren, all das sind schon Maßnahmen. Wer mehr tun möchte, kann eine soziale Organisation kontaktieren, dort sind Helfer immer willkommen. Beginne jedoch mit deinem Mikrokosmos, bevor du die Welt retten möchtest. Der Gruß auf der Straße ist schon der erste Schritt. Verabrede dich nächste Woche mit einem Menschen, den du schon lange nicht mehr gesehen hast. Es wirkt, versprochen. Weitere Ideen und Tipps findest du hier auf meiner Seite.