Das Cafehaus- Dein Treffpunkt des Lebens

Warum trifft man sich im Café so gerne?

Ich für meinen Teil mag es, ich treffe dort Lieblingsmenschen, ich erlebe das Leben dort. Privat wie beruflich habe ich meine Cafés, die ich als Kraftplatz sehe. Da tobt das Leben: Liebe, Diskussionen, Entscheidungen, Einstellungen oder Verhandlungen. All das habe ich schon in Cafés erlebt, und ich mag sie immer noch. Es sind Plätze, an denen man sich findet oder trifft. 

Schauen wir auf die treibenden Kräfte im wirklichen Café,

so finden wir diese auch in unserem Café des Lebens. Jedes Café, das eröffnet, lebt zuerst von der Sichtbarkeit und erst später von den Stammgästen und den Geschichten, die hier – wie im Café des Lebens – passieren. Doch wie kommt es zu dieser Entwicklung, zur notwendigen Einsicht? Es handelt sich um die Geheimnisse der Lebenshälften, um die Lebensstufen, die wir im Leben gehen: Sind wir in der ersten Hälfte unseres Lebens darauf ausgelegt, das Ich zu leben, so kommt in der zweiten Hälfte das Sein zum Tragen.

Dieses gegensätzliche Kräftepaar ist sehr spannend und lässt uns im Leben oft in Findungsphasen eintauchen. In unserer ersten Lebenshälfte spüren wir, oft ganz unbewusst, den Drang nach Expansion. Das Café des Lebens eröffnet, und das soll man auch sehen! Nach Außen! Ich zeige es der Welt, und meine Hormone treiben mich. Mit den Jahren fülle ich mein Café mit meinen Caféhausgeschichten.

Die Lebenskurve macht ihre Ausschläge und die Erfahrungen prägen uns. Sie leeren oder füllen unsere Kraftreserven für das Leben. Wir werden uns dieser bewusster und kommen zur Introversion, richten den Blick nach innen und stellen im Café des Lebens alles auf den Prüfstand: Passt das Angebot noch zu der Idee des Erfinders? Oder muss ein neues Geschäftsmodell her? Jetzt hilft reduzieren, um Bilanz zu ziehen: Was ist das Wesentliche?

„Reise mit leichtem Gepäck“

Dieser Ratschlag wird einem oft bewusst, wenn man die Lebensreise Revue passieren lässt und feststellt, dass man viel angesammelt hat. Das Café des Lebens ist gefüllt mit Äußerlichkeiten und Statussymbolen. Wir fühlen uns eingeengt und spüren die Schwere dieser Sammlung. Wo sind sie hin, die Leichtigkeit der Eröffnungsfeier, die Magie der ersten Jahre? Ehe man sich versieht, ist die Schwere so groß geworden, dass man sich nicht mehr bewegen kann. Das Gefühl der Leere nimmt zu.

Zeit für Selbstreflexion!

Das Reisegepäck des Lebens anzusehen, hilft dabei, die nächste Stufe zu meistern. Wir sollten aktiv lernen, von jeder Lebensstufe Abschied zu nehmen. Ein Berater würde sich das Gesamtkonzept unseres Cafés des Lebens anschauen. Entsprechend schauen wir unsere Gesamtpersönlichkeit an, ein Freund oder Coach kann uns dabei unterstützen. Nun können wir uns reaktivieren, indem wir das Gelernte nutzen, die alte Last abwerfen und weiterreisen – mit leichtem Gepäck.

Die griechische Philosophie spricht hier gerne von der Synthese, die sich aus These und Antithese bilden lässt. Es wird Zeit, beide Lebenshälften zu integrieren, sich neu zu finden, die nächste Stufe im Leben zu erreichen. Die „Blüte des Lebens“ zu finden oder gar zu erfinden. Im Augenblick zu leben mit Offenheit für das, was kommt, und Dankbarkeit für das, was ist. Es gilt, das zu erkennen, was zählt in meinem Leben, was mein Café des Lebens zu dem macht, was es ist. Für mich, den Inhaber. Die Zeit ist angebrochen, nicht länger zu werden, sondern zu sein. Das Erlebte mit Bewusstsein zu sehen und die Phasen des Lebens zu beleuchten, um daraus die wichtigen Erfahrungen mitzunehmen. Wir kennen Cafés, die es geschafft haben, über viele Jahre zu glänzen, und die mit der Zeit noch besser geworden sind. 

Deshalb mag ich mein Ritual,

ins Café zu gehen, so gerne: Ein Ritual hilft uns, uns zu finden. Entsprechend gibt es in den Religionen der Welt viele Rituale, die auf dem Weg zur Erleuchtung Halt geben, eine Beziehung zu dem herstellen, was uns ergreift und auf uns wirkt. Sie schenken uns Kraft und helfen uns, Potenzial zu sehen und den Augenblick zu spüren. 

Tipp: Rituale im Leben sind Wirksamkeit pur. Geht man in Cafés, so findet man viele davon. Der erste Kaffee zum Einstimmen auf den Tag. Am Abend das Putzen, um vorbereitet zu sein für den nächsten Tag. Bei Lieblingsmusik aufräumen und sich einstimmen auf den Tagesabschluss. Die Stufen des Lebens finden und erfinden. Wir können das zu Hause auch: Den Kaffee am Morgen mit guter Stimmung verbinden, um uns auf den Tag zu freuen. Zähle mit jedem Schluck Kaffee das Positive im Leben auf, statt den Kaffee hastig herunterzuschlucken. Die Tasse Tee am Abend „säubert“ alles für die Nacht. Schreibe mit einem abwaschbaren Stift alles auf einen Porzellanteller, was du wegspülen willst, und reinige ihn vor dem Schlafengehen. Ein feines Ritual, um mit leichtem Gepäck durch die Nacht zu reisen. Ein toller Podcast kann dir Inspiration schenken, schau dich auf meiner Seite um.