Kaffeeliebhaber,Kenner oder Kritiker?

Das Stimmungsbarometer im Café – von Kaffeeliebhabern, Kennern oder Kritikern

Ich komme ins Café und freue mich auf einen Kaffee, doch das Stimmungsbarometer will nicht so recht steigen und das Auftanken wird zu einer Herausforderung. Der Kritiker in mir sagt: “Sind die heute hier unfreundlich!”, mein Lieblingskellner ist nicht da und der Keks beim Kaffee fehlt auch noch. Ich werde kritischer und kritischer, es wird immer heftiger, sogar Wut kommt auf.

Ein andermal kommt es nicht ganz so schlimm, denn ich bin im Kennermodus: Ich kenne mich aus und gehe in eines meiner Cafés, sehe eine Bedienung, die mich nicht wirklich anspricht, und die Angst kommt auf, dass etwas anders ist – prompt fehlt der Keks beim Kaffee. Ich wusste es. Aus der Angst wird die traurige Gewissheit, dass mein Genuss nicht der gewohnte ist.

An einem Tag voller Liebe für das Leben komme ich in mein Lieblingscafé und alle strahlen, freuen sich, mich zu sehen – so wie ich mich meinerseits freue, das Dreamteam zu sehen. Der Kaffee ist ein Traum, und ich bekomme noch einen extra Keks. Perfekt!

Warum sind die Erfahrungen so unterschiedlich?

Es sind unsere Gemütsgäste, die uns im Café des Lebens immer begleiten, und wir sollten wissen, wie sie sich verhalten. 

Der Kritiker ist der, der Kritisches anzieht, und dem das Leben die besten Vorlagen für seine Kritik liefert. Das Café wird für ihn immer die Tankstelle für Kritik sein. Er strahlt dies aus und zieht es an. Diese kritische Stimme in uns kann laut sein und unbewusst zur Anlage werden. Wir sehen das Leben dann kritisch, Freude kommt kaum zum Zuge. Wir sind umgeben von Kritikern, Verachtung und Wut sind Dauergäste in unserem Leben, böse Überraschungen vorprogrammiert. Der Kampfmodus ist oft eingeschaltet, die passenden Emotionen sind in Alarmstellung und reagieren ungebremst. Das Leben fühlt sich leer an. Zwar gibt uns die Kritik kurz ein Gefühl der Fülle, doch leider nur wie ein Strohfeuer, danach fühlen wir uns umso leerer. Da gibt es zwar auch andere Gemütsgäste, doch diese sieht der Kritiker ebenso kritisch, ganz besonders, wenn sie ihm keine Beachtung schenken. Er wünscht sich nämlich Beachtung; bekommt er sie nicht, schaut er lieber nach außen als nach innen. Denn es ist einfacher, die anderen zu kritisieren als bei sich selbst zu schauen. Auf der Suche nach Fülle übersieht er dabei sich selbst. Die anderen Gäste sehen ihn nicht mit Freude, denn er hat bereits die entsprechende Ausstrahlung, sie erkennen das schnell. 

Einer hegt trotzdem Gefühle für ihn, denn er kennt das, was ihn bewegt: der Kenner! Dieser neigt dann schon mal dazu, mit ihm übereinzustimmen. Er kennt das Café und seine Gäste, ebenso kennt er das Café des Lebens und das Leben der Menschen. Er kennt sich aus, denn er hat seine Erfahrungen gemacht wie jeder von uns. Er allerdings hat sie für sich gepachtet und das lässt er auch gerne alle wissen. Er ist ein neutraler Zeitgenosse, solange er nicht unter Druck kommt. Sein Leben ist in Balance und das ist gut so. Er kann für kurze Zeit zum Kritiker oder Liebhaber werden, doch Gleichklang in seiner Komfortzone ist für ihn ideal. Keine zu wilden Gemütsausschläge, das erspart Enttäuschung und erfüllt die Komfortzone weder mit Trauer noch mit Angst. Leider passiert hier auch wenig Weiterentwicklung. Mutige Entscheidungen bringen uns weiter, auch im Café des Lebens sind sie es, die uns wachsen lassen.Genau das weiß der dritte Gemütsgast:

der Café-Liebhaber.

Er liebt das Leben und genießt es. Auf der Suche nach neuen liebenswerten Momenten ist er offen, denn er weiß, er wird mit Freude erfüllt, wenn er Neues entdeckt. Schöne Überraschungen sind für ihn ein Fest und er liebt diese Feste in seinem Leben. Sein Leben ist entsprechend erfüllt mit Freude, die stetig wächst. Seine Ausstrahlung ist optimistisch und lebensfroh. Seine Augen funkeln Liebe in die Welt. Selbst wenn das Leben ihm Zitronen serviert, macht er daraus einen Zitronenkuchen, den er liebt. Liebe trägt ihn mit Leichtigkeit durchs Leben. Selbst die anderen Gemütsgäste bringen ihn von seiner liebevollen Lebensart nicht ab. Für ihn ist die Welt rosarot und das Café des Lebens ein Lieblingsplatz. 

Das Leben zu lieben, hilft uns, ein lebenswertes Leben zu führen. Sei deshalb der „Café-Liebhaber“ in deinem Leben, selbst wenn die anderen Gemütsgäste in der Überzahl sind. 

Tipp: Entdecke den Liebhaber-Faktor in deinem Café des Lebens. Es passiert oft, dass sich alle drei Gemütsgäste gleichzeitig in unserem Café des Lebens austauschen. Leider stimmen uns zwei davon eher des Lebens müde, während nur einer die Lebensfreude stärkt. Stärke deshalb den Café-Liebhaber in dir. Mach es dir bewusst, wenn die zwei anderen Gemütsgäste auftauchen, und lass sie nicht auf die besten Plätze in deinem Café des Lebens. Mir hilft es, laut „Stopp“ zu rufen und bewusst zu atmen, beim Einatmen Freude aufzunehmen und beim Ausatmen zu vergeben, zu vergessen, Kenner und Kritiker loszulassen. Weitere Ideen, wie du den „Café-Liebhaber“ in dir wecken kannst, findest du auf meiner Seite, schau dich gerne um.