Das Wir im "Café des Lebens"

„Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“

So haben wir das früher oft gehört – doch die Wirklichkeit für ein gutes Miteinander sieht anders aus. „Behandle Menschen so, wie sie behandelt werden wollen“, lernen wir inzwischen von Markus Brand. Nachdem wir vier Persönlichkeitsmotive unserer Gäste kennengelernt haben, geht es jetzt darum, diese auch schätzen zu lernen. Ja genau, schätzen, richtig gelesen: Es geht darum, einen Schatz zu entdecken. Denn dein Gegenüber ist wertvoll für dich, und zwar genau so, wie es in deinem Café des Lebens auftaucht. Dank der Ausflüge, die wir zu den Gästen in unserem Café des Lebens mittlerweile gemacht haben, können wir sie jetzt noch klarer erkennen und besser verstehen. 

Natürlich haben auch wir unsere persönlichen Motive,

und wenn du dich selbst erkannt hast, ist das schon ein guter Ausgangspunkt. Du gewinnst an Authentizität und kannst dich im Café des Lebens so richtig wohl fühlen. Wenn du jetzt noch die anderen wahrnimmst und sie so zu schätzen lernst, wie sie sind, kann das tatsächlich ein echter Schatz im Leben für dich sein. 

Ein Zitat von Goethe motiviert uns dabei:

„Es hört doch jeder nur, was er versteht.“

Wenn wir also Verständnis entwickeln für die unterschiedlichen Persönlichkeiten, dann fällt es uns leichter, zu begreifen, dass alle Menschen wichtig sind, wenn es darum geht, ein Miteinander zu gestalten, Vielfalt zu haben im Café des Lebens. Nach Alfred Adler ist der Mensch ein soziales Wesen. Er braucht also den sozialen Kontakt und Austausch. Wenn wir dafür ein Verständnis aufbauen und den unterschiedlichen Persönlichkeiten Respekt entgegenbringen, wird unser Café des Lebens eine Plattform für die Menschlichkeit. 

Das bedeutet ja nicht gleich, dass wir alle mögen müssen, die Grundeinstellung der Liebe erleichtert jedoch das Miteinander. Ein weiterer eindeutiger Vorteil besteht darin, dass wir im Zusammenspiel alle Möglichkeiten entdecken können und sich um uns herum ein Netzwerk bilden kann. Ein Netzwerk, das uns Stabilität und Struktur schenkt. Wenn wir in unserem Café des Lebens alle Persönlichkeiten begrüßen können, werden wir im Umgang mit ihnen auch bald unseren Flow finden – dank der Akzeptanz der Persönlichkeiten. Wir bekommen so einen Zugang zur Fülle. Respekt ist der Treibstoff für den Flow in unserem Leben. Flow lässt die Fülle in unserem Leben in die richtige Richtung fließen und wir können uns treiben lassen. 

Wir Menschen sind Individuen und soziale Wesen zugleich,

wir stehen damit in Bezug zur Gesellschaft. Selbst wenn du dich als Einzelkämpfer siehst, zählst du zur Gruppe der Einzelkämpfer. Ab und an als Individuum behandelt zu werden, ist daher ein seltenes Privileg. Deshalb ist es sinnvoll, Menschen so zu behandeln, wie sie selbst es sich wünschen. Das fördert die Kooperation, die für unsere Evolution wohl kennzeichnend ist.

Warum vergessen wir das nur allzu oft und wollen Menschen lieber so behandeln wie uns selbst? Ist es die Bequemlichkeit? Oft sind es unser Verstand, unsere Kultur- und Moralvorstellungen, die uns begrenzen. Öffne dich und überschreite deine Grenzen. Du wirst sehen, deine Begrenzung existiert oft nur im Kopf. Öffne deine Grenzen und die Kooperation wird sich schnell finden. Wenn es dir gelingt, Respekt als Schlüssel zum Wir zu nutzen, um mit den verschiedenen Persönlichkeiten im Café des Lebens zu kooperieren, wird dies deine Lebensqualität fördern und formen. Anpassungsfähigkeit ermöglicht ein Wir, das Wir wiederum ermöglicht Entwicklung. Auch deine Einzigartigkeit kann übrigens nur im Wir sichtbar werden – ein weiterer Grund, sich für das Wir zu entscheiden. 

Nun fragst du dich vielleicht:

Wo aber bleibe denn ich, wenn ich andere so behandle, wie sie es wollen? Die einfache Antwort lautet: Ganz vorne, da du der Handelnde bist. Man wird sich an das Gefühl der Kooperation erinnern, das bleibt und in der heutigen Zeit oft zu kurz kommt. Du wirst dich weiterentwickeln, da du die Persönlichkeitsmotive im Café des Lebens in Aktion kennenlernst und deinen persönlichen Erfahrungsschatz vermehrst. 

Jeder Gast ist eine Bereicherung für dich – und du somit auch für ihn. Das Wort Sozius, das der gleichen Wortfamilie angehört wie sozial, bedeutet so viel wie Begleiter – und das sind die Gäste in unserem Café des Lebens oft. Lerne von deinen Gästen, damit das Wir einen Platz hat in deinem Leben. Kooperation ist die Aura der Entwicklung und sie sollte uns im Café des Lebens begleiten. Freu dich auf deine Cappuccino-, Latte-Macchiato-, Espresso- und Kaffeetypen, sie sind deine Gäste und die Zuschauer, die deine Einzigartigkeit im Café des Lebens bezeugen können.

Mein Tipp: Nimm dir einen Übungstag vor, an dem du alle Menschen so behandelst, wie sie behandelt werden möchten. Überleg dir anschließend: Was hat dir der Tag gebracht? Was war gut? Was hast du gelernt? Wie fühlst du dich? Ein Experiment, das dich in deiner Entwicklung weiterbringen kann. Damit es dir leichter fällt, schau doch in den vorherigen Blogs nach, sie helfen dir, die Gäste besser zu sehen. Ich bin mir sicher, dass du nach diesem Tag um eine wertvolle Erfahrung reicher bist.