Der Kaffee schmeckt nicht!

Der Gast hat gewählt und unser Emotions-Barista hat alles gegeben – aber trotzdem schmeckt einem Gast im Café des Lebens sein Getränk nicht. Wir kommen zu einer weiteren wichtigen Zutat, die das Rezept für eine gute Haltung ausmacht: Stimmungsmoleküle.

Getreu dem Motto „Stimmung stimmt das Gemüt“. 

Es ist gut, sich bewusst zu sein, wer und was man ist.

Denn nur, wer sich selbst gut kennt, kann auch gut mit anderen. Und dieses sollte man sich tatsächlich bewusst machen, denn die Haltung der anderen ist ein Faktor, der auf uns wirkt. Die Wirkung kann dabei ganz unterschiedlich sein. 

Jeder hat das Recht auf seine Haltung, denn schließlich denkt sich ja jeder etwas bei seinem Handeln. Daher ist es reine Ansichtssache, ob der Kaffee schmeckt oder nicht. Jeder hat seine Welt und handelt in ihr nach seiner besten Art und seinem besten Können in diesem Moment. Er nutzt gerade keine andere Möglichkeit, warum auch immer. Einfach das Anerkennen dieser Sachlage hilft bereits, den Stimmungsmoleküle ihre Macht zu nehmen. Respekt gegenüber meinem Gegenüber. 

Beginne ich, Dinge zu beurteilen, wird dies das Gegenüber bestärken und vielleicht zu Rechtfertigungen bewegen. Bleibe ich aber in der Fülle der Möglichkeiten und biete dem anderen viele Optionen, so ist er mit seiner Denkweise und Haltung willkommen, mir ein Stück von sich zu zeigen. Zu verstehen, was den anderen bewegt, ist eine tolle Perspektive und bietet sogar die Chance auf einen Perspektivenwechsel.

In der Leere dagegen sind die Möglichkeiten begrenzt.

Wir urteilen schnell und verurteilen schnell. Respekt und Verständnis bleibt auf der Strecke, Möglichkeiten sieht man nicht. Wir erfahren dadurch wenig über den Menschen, wie etwa, warum der Kaffee nicht schmeckt, um bei unserem Beispiel zu bleiben. Oft geht es noch weiter und wir lassen uns von Stimmungen anstecken, im Guten wie im Unguten. Als gäbe es wirklich Stimmungsmoleküle, reagieren wir, anstatt zu agieren. 

Das merkt man auch in den Cafés dieser Welt.

Die Stimmung ist ansteckend, und ob ein Café eine Tankstelle wird für deinen Geist und das Gemüt, fühlt man meist schon beim Eintreten. Es nützt die schönste Ausstattung nichts, wenn keine guten Stimmungsmoleküle vorhanden sind. Ob für das Team oder die Gäste: Nur wenn alles gut gefüllt ist mit guter Atmosphäre, wird es ein Platz zum Auftanken. Ist das nicht der Fall, lass dich nicht anstecken. Stärke deine Haltung und gib der Fülle eine Chance. Nimm die Situation an und bedenke: Jeder hat eine Wahl. Achte das Gegenüber, auch wenn es dir im Moment fremd vorkommt, gib ihm eine Chance, wenn du kannst. Wenn ihm der Kaffee im Café des Lebens nicht schmeckt, denke daran, dass jeder das Recht auf sein eigenes Gedankengut hat. Fülle deine Haltung mit diesem Ansatz im Leben und lass Respekt dich leiten.

Tipp: Kultiviere die Achtung als Teil deiner Haltung im Café des Lebens, eine Form der Anerkennung des Gegenübers. Respekt ist ein Zauberwort hier. Um sie dir bewusst zu machen, bringe diese Ansicht in dein tägliches Leben ein. Ich empfehle, sich das Zauberwort auf einem Zettel zu notieren: Jeder hat das Recht auf Respekt. Idealerweise am Badezimmerspiegel oder am Frühstückstisch platziert, lies diesen Satz beim Kaffee oder Tee am Morgen, damit er den ganzen Tag präsent ist. Er bringt dich in eine Fülle von Möglichkeiten. Ich habe es probiert, und es wirkt. Lass dich nicht von den Stimmungsmolekülen anstecken und in die Leere bringen. Wenn der Kaffee nicht schmeckt, dann ist das eben so für diesen Gast im Café des Lebens. Diese Haltung einzunehmen, setzt viel Potenzial frei und stärkt die Fülle.