Die Besucher im „Café des Lebens“

Nur wer mit sich selbst gut kann,                                           kann auch mit anderen.

Nachdem wir als Erfinder unseres Cafés des Lebens zu uns gefunden haben, löst sich der Blick in unserem Café des Lebens nun vom Ich und öffnet sich für das Wir. Ganz schnell stellen wir dabei fest, dass es die unterschiedlichsten Persönlichkeiten gibt. Da gibt es zum einen Sympathieträger, die wir sofort gut finden, zum anderen Besucher, für die wir erst auf den zweiten Blick Sympathie empfinden. Konrad Adenauer lehrte uns: Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht. Wir haben sie zwar schon kennengelernt, wissen aber noch wenig über diese anderen Menschen. Daher ist es jetzt an der Zeit, eine Reise zu den Persönlichkeitsprofilen zu machen, um zu sehen, welche Motive die Menschen bewegen. Haben wir eine Vorstellung von den Besuchern, fällt es uns leichter, im Leben in der Fülle zu bleiben. 

Jeder Mensch hat das Potenzial für Fülle.

Es ist nur unterschiedlich in den Menschen versteckt, verbirgt sich an unterschiedlichen Stellen. So wie wir in einem Café unseren Lieblingsplatz haben, so treiben uns unsere Motive dort hin, wo unser Potenzial ist, und da fühlen wir uns persönlich am wohlsten. Ob es die Bar, der Gästeraum, die Terrasse oder die hinterste Ecke ist, alles gehört zum Café des Lebens, und wir bewegen uns überall. Auf unserem Lieblingsplatz sind wir zwar am liebsten anzutreffen, aber alle anderen Plätze sind trotzdem in uns angelegt.  

Wenn wir im Umgang mit anderen unseren Blick auf die Fülle richten, werden wir bemerken, dass auch unsere eigene Fülle besser in Balance bleibt. Konzentrieren wir uns dagegen auf die Leere in uns und unserem Gegenüber, wird uns das Energie kosten. Man hört immer wieder von sogenannten Energieräubern. Doch gehören da nicht immer zwei Menschen dazu? Einer, der es macht, und einer, der es mit sich machen lässt? Achten wir deshalb auf die Fülle im Leben! Wenn wir selbst unsere Fülle gefunden haben, kennen wir auch Wege, sie zu erhalten und zu mehren. So sind wir mit der Fülle des Lebens im Flow, leben unsere Motive im Café des Lebens und kennen unseren Lieblingsplatz, unsere Persönlichkeit. Jeder Mensch hat irgendwo in seinem Leben einen Lieblingsplatz und somit das Potenzial für die Fülle. 

Es liegt jetzt an uns,

Persönlichkeiten zu sehen und richtig einzuschätzen, daher lohnt es sich, die Persönlichkeitsmotive zu kennen, wie das folgende Beispiel zeigen soll: Würden wir in unserem Café des Lebens nur Kaffee anbieten, so würden wir nur einen Kundentyp ansprechen. Gleich und Gleich gesellt sich gerne, das ist wohl wahr, macht das Leben aber eintönig. Gegensätze dagegen ziehen sich an und bringen Vielfalt. Daher ist es besser, in unserem Café des Lebens auch an die Gäste zu denken, die uns besuchen, weil sie Kaffeespezialitäten lieben. Würden wir nur Kaffee ausschenken, würden wir diese Menschen eventuell irritieren und nicht verstehen, wie sie reagieren und warum sie womöglich wegbleiben. Das Wissen um Persönlichkeitsprofile verbessert die Kommunikation und hilft uns in unserem Café des Lebens, in der Fülle zu bleiben und in der Kommunikation mit den unterschiedlichen Gästen den richtigen Ton zu treffen. Denn wenn wir die Persönlichkeiten erkennen, können wir leichter verstehen, was unser Gast in unser Café des Lebens mitbringt. 

Das Konzept der Verhaltensmuster ist hier ein möglicher Ansatz,

und ich habe ihn für das Café des Lebens genutzt, um Menschen besser einzuschätzen. Die Arbeit mit diesem Konzept schafft eine Grundlage, auf der wir erkennen, wie unterschiedlich die Menschen sind, und sie erleichtert die Akzeptanz dieser Unterschiede. Denken wir an den Vergleich mit dem Lieblingsplatz im Café des Lebens, denken wir an unseren Leitsatz: „Jeder hat ein Recht auf Respekt“! Er zählt auch hier, wenn wir uns die unterschiedlichen Profile anschauen. Denn jeder hat seinen persönlichen Stil und es gibt nicht per se das Richtige. Hier geht es darum, zu erkennen, dass Menschen unterschiedlich sind, und dass dementsprechend auch ihr Erfolg im Café des Lebens unterschiedlich ist. Vor 500 Jahren bereits lehrte Paracelsus: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist“. Reizt man eine Stärke bis ins Extreme aus, kann auch sie zur Schwäche werden. Da Selbsterkenntnis bekanntlich der erste Weg zur Veränderung sein kann, lohnt es sich also, hinzuschauen. Finde dich als Typus und verstehe, mit welchen Typen du gut kannst, und bei welchen du einen Unterschied erlebst. 

Je mehr wir die Persönlichkeiten, Emotionen und Motive kennen, desto besser können wir entscheiden, wie wir uns selbst und andere bei der optimalen Entfaltung unterstützen können. Persönlichkeitsprofile helfen, sowohl Schnittmengen der Fülle als auch Bereiche der Leere zu erkennen. Sie erleichtern es, Erfolg zu mehren und Konflikte zu entschärfen. 

Im nächsten Abschnitt schauen wir uns vier Persönlichkeits-Typen an.

Um die Idee der Motivsysteme zu veranschaulichen, möchte ich die verschiedenen Typen dabei in Kaffeespezialitäten einteilen: den Kaffee-Typ, den Espresso-Typ, den Cappuccino-Typ und den Latte-Macchiato-Typ. Welcher Typ bist du? Dazu ein ganz simpler Test, der eine erste Einschätzung ermöglicht. 

Erstelle ein Fadenkreuz. Schreibe am linken Ende der horizontalen Linie „Fühler“, am rechten „Denker“. Schreibe oben an die vertikale Linie „extravertiert“ und auf der gegenüberliegenden Seite unten „introvertiert“. Schätze dich jetzt selbst ein, wie sieht es bei dir aus? Triffst du Entscheidungen eher durch Nachdenken oder aus dem Bauch heraus, mit Gefühl? Bist du eher jemand, der im Außen lebt und die Bühne des Lebens braucht? Oder jemand, der sich im Innen, im Backstage, wohlfühlt? Setze je nach Ausprägung auf den Achsen eine Markierung. Findest du dich im Quadranten von Denker und extravertiert, so bist du der Espresso-Typ. Befindest du dich im Quadranten extravertiert und Fühler, bist du dagegen der Cappuccino-Typ. In den Quadranten Fühler und introvertiert angesiedelt, stehst du für den Latte-Macchiato-Typ. Und bist du ein introvertierter Denker, so bist du eher der Kaffee-Typ. Natürlich mag man alle Kaffeespezialitäten, doch bei einer ist die Faszination meistens am stärksten. Diese Ausprägung ist dein Typus in unserem Beispiel. 

Mein Tipp: Fülle jetzt den Test aus, getreu dem Motto Erkenne dich selbst! Schau dir an, welcher Typ du bist. Die Persönlichkeitsprofile geben dir eine Hilfestellung, wenn es darum geht, als Erfinder in deinem Café des Lebens in verschiedenen Situationen mit Menschen ein Miteinander zu haben und sie zu respektieren. Es ist eine weitere spannende Reise zu dir und hilfreich im Umgang mit den Besuchern in deinem Café des Lebens. Mehr Ideen hierzu findest du auf meiner Seite.