Auf das Café des Lebens vertrauen

Vertrauen hat mit sich trauen zu tun.

Wir gehen an einem Café vorbei und trauen uns nicht hinein, haben kein Vertrauen in das Café. Was braucht es, damit wir uns trauen, Vertrauen schöpfen? Ich glaube, zuerst einmal hat es mit unserem Vertrauens-Homie zu tun, der in guter Verbindung zu unserem Gerechtler-Homie steht. In jedem von uns ist ein Vorschuss an Vertrauen angelegt, eine Art Vertrauensbasis. Mit dieser Basis leben wir zwar gut, stellen sie aber auch oft auf den Prüfstand. Der Gerechtler sendet dann Signale und der Vertrauens-Homie wird dadurch in seinem Tun entmutigt oder verängstigt. Das Basisvertrauen kommt ins Wanken, wir trauen uns weniger und weniger. Wie kann das sein, was passiert da in uns? 

Die Basis des Vertrauens ist Liebe und Geborgenheit.

Ist beides vorhanden, trauen wir uns im Café des Lebens sehr viel. Doch durch die Signale unseres Gerechtler-Homies werden wir vorsichtig oder geizen sogar mit Vertrauen. Wo finden wir jetzt also die Basis? Wie lernen wir, auf sie zu vertrauen, ohne Misstrauen zu entwickeln? Wie bleiben wir mutig, wie schaffen wir es, in das oben genannte Café einzukehren, uns umzuschauen und zu sehen, was passiert? Uns etwas zu trauen können wir üben. So lesen wir bei Tanja Peters, dass Mut eine Art Muskel in uns ist, den wir trainieren können. Wenn das so ist, dann brauchen wir als Erfinder in unserem Leben also nur die richtigen Trainingseinheiten.

Aber welche Form von Training ist hier angebracht? 

Wer kennt ihn nicht, den Lenin zugesprochenen Ausspruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“? Oder orientieren wir uns an Wilhelm Busch, der uns lehrt:

„Zu wenig und zu viel Vertrauen sind Nachbarskinder“,

doch welche Anteile sind hier betroffen? Es sind der Gerechtler und der Vertrauens-Homie, die hier in Nachbarschaft wohnen. Ist es nicht so, das sich der eine beim anderen rückversichert, was gerade im Café des Lebens das rechte Maß ist und ab wann wir Vertrauen schenken? Wenn unsere Trainingseinheiten uns hier in die Leere bringen, unsere Vertrauensbasis nicht stark genug ist, trauen wir uns immer weniger. Wenn wir aber unser Café des Lebens mit Vertrauen füllen möchten, dann müssen wir den Mut haben, eine Vertrauensbasis aus Liebe zu bauen.

Erst wenn wir uns geborgen fühlen und uns ein positives Gefühl erfüllt,

wird sich das Vertrauen in uns einstellen, das Gefühl des Misstrauens sich verabschieden. Achtsamkeit ist eine Trainingseinheit für beide Homies, den Vertrauens-Homie und den Gerechtler. Ich mag diese Einteilung in Gerechtler und Vertrauens-Homie von Jens Corssen. Die beiden sind unsere Nachbarskinder im Trainingsstudio, sie trainieren gemeinsam, um mutig durchs Leben zu gehen. Training zu zweit ist meiner Ansicht nach schon ein gutes Vertrauenstraining, man wird ein Team. Doch was genau soll das Team trainieren? Ein wichtiger Trainingsschwerpunkt ist Wertschätzung – für sich selbst, das Gegenüber und das Leben insgesamt. Hinzu kommt Authentizität – seine Masken fallen zu lassen, verlässliche Werte im Leben zu haben. Schließlich Empathie – einfühlsam zu sein, Aufmerksamkeit zu schenken, respektvoll zu leben. 

Wenn wir diese Trainingseinheit regelmäßig für uns nutzen,

wird unser Mutmuskel stark, und das Vertrauen hat eine gute Basis. Denn wir schaffen so ein Fundament für unseren Vertrauens-Homie, der sich in dieser Geborgenheit im Café des Lebens gut fühlen kann, und der sich freut, im Team mit dem Gerechtler-Homie zu trainieren und mit ihm gemeinsam stark zu werden. Er traut sich und schenkt Vertrauen.

„Wer Vertrauen hat, erlebt jeden Tag Wunder“,

wusste Peter Rosegger – eine feine Vorstellung, im Café des Lebens täglich ein Wunder zu erleben. 

Vertrauen schafft ein gutes Klima,

in dem unsere Homies in guter Nachbarschaft miteinander leben können, und sorgt für menschliche Nähe in unserem Café des Lebens. Wenn wir Vertrauen für uns finden, dann ist unser Café des Lebens wieder ein Stück wertvoller geworden. Vertrauen wird auch gerne als Mutter der Sorglosigkeit bezeichnet, eine schöne Aussicht, die uns motiviert, diese Trainingseinheit im Leben zu nutzen und etwas furchtloser durchs Leben zu gehen, den eigenen Ängsten sorgloser zu begegnen. Alleine bist du übrigens nicht bei diesem Training. Denk daran, in der Nachbarschaft gibt es sicher jemanden, den du als Trainingspartner gewinnen kannst, nur Mut. 

Mein Tipp: Geh einfach in ein Café, an dem du sonst immer nur vorbeigegangen bist und sieh dies als Trainingseinheit für dein Vertrauen. Schreib dir deine Trainingserfolge auf und lerne mit ihnen. Stärke den Mutmuskel in dir. Trau dich. Weitere Ideen findest du auf dieser Seite, ich wünsche viel Spaß beim Stöbern.